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Sepp-Stadler-Haus bleibt für private Feiern geschlossen Drucken E-Mail
Geschrieben von PNP : 03.07.2008   
Gemeinderat lehnt mit großer Mehrheit Antrag des Heimatvereins ab - Wirte beklagen in einem Brief die Schwarzgastronomie

kultursaal_pnp_080703.jpg



















Die Tür des Kultursaals
bleibt für private Feiern geschlossen.
Foto: evs
Von Eva Schwarz

Hinterschmiding.
Heiraten im Sepp-Stadler-Haus? Das ist nicht möglich, sagt der Gemeinderat.
Das Gremium hat sich in der letzten Sitzung gegen eine private Nutzung des Kultursaales ausgesprochen und ist damit den Wirten entgegengekommen, die in einem Brief die drohende Schwarzgastronomie kritisiert haben.
Diskutiert wurde das Thema, weil der Musik- und Heimatverein einen Antrag auf die Aufhebung des Verbotes gestellt hat.
„Der Kultursaal im Sepp-Stadler-Haus ist als eine gemeindliche Einrichtung zu betrachten, deren Nutzung allen Gemeindeangehörigen möglich sein muss“, heißt es im Antrag des Musik- und Heimatvereins.
Das Thema war bei der Jahreshauptversammlung des Vereins Anfang Mai aufgekommen und rege diskutiert worden.
Um ihren Antrag zu unterstützen, kamen zehn Mitglieder des Vereins zur Gemeinderatssitzung.
Bürgermeister Heinrich Lenz machte gleich vehement deutlich, dass er gegen eine private Nutzung des Kultursaales ist. „Ich gebe zu Bedenken, dass es bei einer allgemeinen Nutzung Probleme mit der Gastronomie gibt. Außerdem nutzen sich die Räume ab.“ Er wertete den Brief der Gastronome als Hilferuf.


Sechs Wirte der Gemeinde hatten sich in einem Schreiben an den Bürgermeister und den Gemeinderat gewandt: „Wir haben keinerlei Verständnis dafür, dass die Gemeinde zur Umsatzminderung der einheimischen Betriebe beitragen will.“ Es gebe für private Feiern ausreichend Räumlichkeiten in den Gasthäusern. „Die Benachteiligung durch die bereits vorhandenen Vereinsheime, Hütten sind schon mehr als genug.“
Bürgermeister Heinrich Lenz erläuterte den Gemeinderatsmitgliedern und den anwesenden Bürgern, warum eine private Nutzung als Schwarzgastronomie zu bewerten ist. „Legal ist es, wenn man
eine Konzession oder eine Gestattung besitzt. Eine Gestattung erhält man aber nur, wenn ein
besonderer Anlass besteht. Dazu zählt eine private Veranstaltung nicht.“
Josef Stadler (Pro Hinterschmiding) erklärte, dass er als Mitglied des Heimatvereins den Antrag mitgetragen hat. „Ich kann die Bedenken verstehen, ich finde aber das dramatische Schreiben der Wirte überzogen. Ich glaube nicht, dass es zu einem Massenandrang kommt.“ So sahen es auch die anwesenden Bürger, denen Lenz die Gelegenheit zu einer kurzen Stellungnahme gab.
Fast alle Gemeinderäte plädierten aber für die Wirte. „Wir haben noch viele Wirtshäuser in der Gemeinde und dürfen das nicht gefährden“, sagte Kaspar Sammer (FWG). Die Abstimmung fiel dann auch deutlich aus. 14 Gemeinderäte sprachen sich dafür aus, weiterhin private Feiern im Sepp-Stadler-Haus zu verbieten. Nur Josef Stadler stimmte für eine Aufhebung des Verbotes.
Breite Zustimmung fand ein Kompromissvorschlag von Sabine Betz (CSU). „Wir sollten die Wirte dazu aufrufen, günstige Konditionen für Feiern anzubieten.“ Schließlich hätten gerade junge Familien Probleme, sich große Feiern zu leisten. Gemeinderat und Gastronom Wolfgang Mayerhofer signalisierte, dass die Wirte dazu durchaus bereit seien.


DREI FRAGEN AN...

Dieter Reichardt,
betroffener Bürger

Sie haben sich für die private Nutzung des Sepp-Stadler-Hauses eingesetzt. Sind sie jetzt enttäuscht?
Ich bin mehr als enttäuscht, weil ich es nicht als Schwarzgastronomie sehe. Ich habe mit vielen gesprochen, die bei einer Feier im Sepp-Stadler-Haus die ansässigen Gasthäuser gebeten hätten, die Bewirtung zu übernehmen.
  Warum besteht der Wunsch im Sepp-Stadler-Haus zu feiern?

Zum einen ist das Haus ein Stück Heimatkultur, zum anderen ist es für viele einfach billiger privat zu feiern. Es sind aber nicht hunderte wie der Bürgermeister gemeint hat, weil eine solche private Feier auch mit viel Arbeit verbunden ist.
  Wie bewerten Sie den Kompromissvorschlag der Wirte, bei Feiern vergünstigte Preise anzubieten?

Grundsätzlich ist das ein Angebot. Aber es mag halt nicht jeder im Wirtshaus feiern. Ich glaube nicht, dass der Beschluss des Gemeinderates den Wirten etwas bringt.

evs/

 

 
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