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Innige, zartherbe Tonmalerei Drucken E-Mail
Geschrieben von PNP : 19.05.2008   
Innige, zartherbe Tonmalerei

40. Chor- und Orchesterwoche Hinterschmiding endet brillant mit Haydns „Schöpfung“

Durch die bunten Fenster streiften Strahlen der untergehenden Sonne die Gesichter der über 400 Besucher, die die Pfarrkirche von Hinterschmiding füllten. Musiker mit Instrumenten und Chormitglieder strömten in den riesigen Altarraum. Zum Abschluss der 40. Chor-und Orchesterwoche Hinterschmiding, in deren Rahmen alljährlich vorwiegend Laien aus Deutschland, Österreich und Tschechien musikalisch konzentriert zusammenarbeiten, brachte man unter Martin August Fuchsbergers Leitung Joseph Haydns „Schöpfung“ zur Aufführung: Ein inniges Oratorium im Schmuck zarter, herber Tonmalereien; schöne musikalische Sprache, unpathetisch, sachlich und symbolgetragen.
Da spiegelten die Musik, das Orchester, der Chor die Größe des tiefen Stoffes, dass man sich nur freuen und wundern konnte, wie dies Laien zu leisten vermögen. Freilich brillierten mit Andreas Peterl am Cembalo und den ausnahmslos hervorragenden Gesangssolisten (Sebastian Fuchsberger als Uriel, Nils Cooper als Raphael, Günther Strahlegger als Adam) auch Professionelle.
Hinreißend weich, fließend und voll: die makellos klaren Sopranstimmen von Petra Nuncke als Gabriel und Eva Kumpfmüller als Eva. Eva, die Paradiesische, die in liebender Verzückung den Adam besingt: „Was wäre der Morgentau ohne dich, der Blumenduft, mit dir ist Seligkeit das Leben, dir sei es ganz geweiht.“ Man hätte dieser Sängerin inhaltlich noch ganz andere Statements verziehen, allein um in den Genuss der gesanglichen Wort-Interpretation jenes „Blumenduftes“ gekommen zu sein: Indikator für das Seelenpotenzial dieser wunderschönen Stimme.
Großartig auch Cooper mit den Schattierungen der leisen wie der dramatischen Tongemälde in den Rezitativen: Plätschern des Baches, weidende Schafe, Löwengebrüll und Donnerkrachen, Mensch und Tier, Erde und Paradies, die - mündend im festlichen Gesang der Chöre - das Lob Gottes zentrieren.
Das Instrumentalensemble und der Chor verschmolzen mit den Soli. Sich immer wieder verflechtend und voneinander lösend trugen sie Haydns Sorgfalt und Gottesfurcht angesichts der Entstehung der Welt und der Würde der Kreatur hinein in den Kirchenraum, ins berührte Publikum.
Am Ende stehende Ovationen, Getrampel, nicht enden wollender Beifall. Die Leute sahen glücklich aus, als sie auf den Ausgang zusteuerten, vorbei an dem großen Wandplakat mit den gerahmten Porträts der Hinterschmidinger Firmlinge. Darüber steht: „Wir sind Gottes Melodie“.   Marita Pletter
 
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