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Der „gute Hirte“ bei seinen ihm Anvertrauten |
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Geschrieben von PNP: 18.04.2008
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Visitation des Bischofs in der Pfarrgemeinde Hinterschmiding - „Aktive und kritische Gemeinde“
Hinterschmiding. Dem Wort „Visitation“ wollte Bischof Wilhelm Schraml gleich den Beigeschmack von Kontrolle oder Prüfung nehmen. Darum wählte er bei seinem Besuch in der Pfarrgemeinde Hinterschmiding das biblische Gleichnis vom „guten Hirten“: Der Oberhirte der Diözese Passau soll die ihm anvertrauten Gläubigen kennen lernen und diese auch ihn. Diesen Gedanken, den der Bischof bei seiner Predigt in der Abendmesse in Konzelebration mit Pfarrer Michael Gnan ausführlich vertiefte, griff er bei mehreren Gelegenheiten auf. Bereits um 9 Uhr früh war der Diözesanbischof von Pfarrer Gnan, dem Vorsitzenden der Kirchenverwaltung, Franz Betz, dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, Karl Mandl, und dem Rektor der Schule, Max Kronawitter, herzlich begrüßt worden. Nach üblichem Ablauf einer Visitation besuchte Bischof Schraml am Vormittag die Schule, den Kindergarten und das Rathaus. Beim Mittagessen mit der Kirchenverwaltung wurden vorwiegend materielle Themen erörtert: Reparaturkosten für das Kirchendach sowie die Nutzung des leer stehenden Pfarrhauses. Der Nachmittag gehörte neben Besichtigungen auch dem persönlichen Gespräch zwischen Bischof und dem im Pfarrverband für drei Gemeinden zuständigen Pfarrer Gnan. Das gewünschte gegenseitige Kennenlernen sei insgesamt gut geglückt, denn am Abend ließ der Bischof erkennen, dass er einen recht positiven Eindruck von dieser lebendigen und „aktiven, wenn auch kritischen Bayerwaldgemeinde“ mitnehme.

Mit großem Interesse hörte Bischof Wilhelm Schraml (2. von rechts) zusammen mit Kirchenpfleger Franz Betz (von links), Pfarrer Dr. Michael Gnan und Pfarrgemeinderatsvorsitzendem Karl Mandl den Berichten der Vertreter der kirchlichen Vereine und Gruppen zu.
Bei einem zweistündigen, sehr harmonischen und vom Bischof auch humorvoll bestrittenen Gespräch mit den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates, der Kirchenverwaltung und den Leitern kirchlicher Gruppierungen, gaben ihm diese unter der geschickten Gesprächsleitung von Franz Betz reihum einen Einblick in das Alltagsleben der Pfarrei. Berichtet wurde von der Jugendarbeit in Frohschar und Jugendforum, über Frauenbund und Caritas bis zu den sehr qualifizierten kirchlichen Chören und dem munteren Seniorenclub.

Im Beisein von Pfarrer Dr. Michael Gnan (rechts) und Hubert Frömel (links) erteilte Bischof Wilhelm Schraml nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche Hinterschmiding den Schlusssegen. Fotos: Schaub
Besonders beeindruckt zeigte sich Bischof Schraml von der harmonischen Kooperation zwischen der politischen und der kirchlichen Gemeinde: vom Caritas-Kindergarten über die Musikpflege bis zur Friedhofsverwaltung. Diese vorbildliche Zusammenarbeit zum beiderseitigen Vorteil bestätigte auch Bürgermeister Heinrich Lenz dem Bischof bei dessen Höflichkeitsbesuch im Hinterschmidinger Rathaus. Recht erfreut nahm der Bischof zur Kenntnis, dass die Gemeinde nicht wie andere unter Abwanderung leide, sondern an Einwohnern zugenommen habe. Das hat zur Folge, dass dem Hinterschmidinger Kindergarten weder der Nachwuchs fehlt noch die finanzielle Ausstattung. Als seine größte Sorge bezeichnete Bischof Schraml den fehlenden Priesternachwuchs: letztes Jahr hatte er keinen, heuer nur einen Neupriester im ganzen Bistum. Er betonte aber - wie schon in der Abendmesse - den Zusammenhang zwischen einem christlichen Ehe- und Familienleben und dem Interesse der Jugend an geistlichen Berufen. Dazu hatte die Pfarrei Hinterschmiding bisher noch keinen Beitrag leisten können, erwartet aber im Herbst die Weihe des designierten Diakons Hubert Frömel, der auch bei der Pontifikalmesse und den Gesprächen mitwirkte. Zum Abschied am späten Abend bestätigte der im Pfarrhaus von Grainet wohnende Pfarrer Gnan dem Oberhirten, dass er leider nicht in jeder Pfarrei wohnen könne, sich aber bei der Seelsorge in der Gemeinde Hinterschmiding sehr wohl fühle. Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Mandl gab dieses Kompliment zurück und erklärte dem Bischof, dass die Pfarrgemeinde den derzeitigen Pfarrer sehr schätze und recht gut mit ihm auskomme. Zum Abschluss der recht unbefangenen Aussprache erteilte Bischof Schraml allen ehrenamtlichen Mitarbeitern der Pfarrgemeinde den Segen. |