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Kunst, die zum Nachdenken zwingt Drucken E-Mail
Geschrieben von PNP: 02.10.2007   
Kunst, die zum Nachdenken zwingt

Manfred Wöhlcke und Reinhard Mader in der Rathaus-Galerie
von Gertie Falk

Hinterschmiding. Das war eine richtig provozierende Vernissage - und das im Rathaus inmitten des kleinen Bayerwalddorfs Hinterschmiding: Den Anfang machte der Galerist von „Conditio Humana“, Dr. Manfred Wöhlcke, selbst. In der Einführung zur Ausstellung nahm er die Vernissagen und ihre Besuchert aufs Korn. Gleiches tat Florian Oberhansl. Er las seine etwas verquere „Laudatio“ aus eigener Feder ganz einfach rückwärts vor. Dazu begleitete ihn sehr theatralisch Katrin Woldrich auf der Geige.
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Auch mit seinen Bildern möchte Manfred Wöhlcke den Betrachter ein wenig brüskieren.
Er tut dies mit großem technischem Können, während seine Motive oft recht eigenartig sind. Da sitzt ein Kind auf einem Stier und ein anderes in einem Kinderbett mit überdimensionalen Gitterstäben. Das Bild will wohl aussagen, dass die Freiheit bereits im Kindesalter verloren geht. Die Titel der Bilder verwirren ebenso: „Der Tod ist allmächtig, aber er wird bekämpft von ständig neuem Leben“ oder „Als ich später noch einmal darüber nachdachte, hatte vieles eine andere Bedeutung“, liest der Betrachter beispielsweise. Und es wird ihm klar, dass alle Bilder Manfred Wöhlckes eine philosophische Bedeutung haben. Wie auch seine zahlreichen Bücher, von denen einige bei der Ausstellung aufliegen. Auch Reinhard Mader, der Sohn des bekannten Bildhauers Karl Mader, möchte die Betrachter seiner Plastiken wohl ein wenig brüskieren, ja sogar schockieren. Er bearbeitet Holz und Stein und verbindet zuweilen beides.Da ist ein hölzerner Christus-Kopf mit blutverschmierter Dornenkrone, dort ein Revoluzzer aus Stein. Ganz anders präsentiert sich ein Torso aus Marmor, der vor dem Rathaus steht und weiche Rundungen hat.


So verschiedenartig die Arbeiten von Manfred Wöhlcke und Reinhard Mader auch sind, sie verfehlen ihre Wirkung auf den Betrachter nicht. Und sie bringen ihn zum Nachdenken.

Die Ausstellung im Hinterschmidinger Rathaus ist bis 29. Dezember zu besichtigen, von Montag bis Donnerstag, 8 bis 16.30 Uhr, Freitag 8 bis 12.30 Uhr.

 
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