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PNP: „Ein Sommernachtstraum“ im „Festspielhaus Turnhalle“ Drucken E-Mail
Geschrieben von PNP: 07.06.2007   

Zwei Abschlusskonzerte: Mitreißende Aufführung der 150 Chorwochen-Teilnehmer - Chor- und Orchesterwoche setzt musikalische Maßstäbe

Hinterschmiding.
Einiges vorgenommen hatten sich die rund 150 Teilnehmer der 39. Chor- und Orchesterwoche in der Turnhalle für das zweite Abschlusskonzert:
Eine eigenwillige, aber interessante Bearbeitung der Komödie „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare mit der Musik von Henry Purcell und Felix Mendelssohn-Bartholdy stand auf dem Programm für die Zuhörer in der gut gefüllten Turnhalle, die als Hinterschmidinger „Festspielhaus“ diente.
Das Konzept für diese Zusammenstellung entstand in Zusammenarbeit von Regisseur Nils Cooper und dem künstlerischen Leiter Martin August Fuchsberger.
Es war interessant zu hören, wie harmonisch die Barockmusik aus Henry Purcells Semi-Oper „The Fairy Queen“ und die romantische Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy zueinander passten.
Eingeleitet wurde die Aufführung durch die bekannte Ouvertüre zu Mendelssohns „Sommernachtstraum“, schwungvoll und dynamisch dirigiert von Martin August Fuchsberger.
Das aus ca. 45 Teilnehmern bestehende Orchester gefiel durch exakt spielende Streicher, tragende Bläser und manchmal etwas zu dominierende Pauken.
Erzähler Max Hofmann sorgte dafür, dass man der komplizierten, auf verschiedenen Ebenen spielenden Handlung folgen konnte.

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Beim „Sommernachtstraum“ wurde die Turnhalle von den Musikern zum Festspielhaus umfunktioniert. Schaub
Da ist zuerst einmal das Elfenreich mit dem Elfenkönig Oberon, der mit dem Saft einer Zauberblume, die ihm der Kobold Puck besorgen soll, die Gunst seiner mit ihm zerstrittenen Gattin Titania zurückgewinnen will. Dieser Saft sorgt dafür, dass man sich beim Erwachen in das erste Wesen, das man erblickt, unsterblich verliebt. Zum anderen geht es um eine typische Verwechslungskomödie zwischen zwei Liebespaaren, Lysander und Hermia, Demetrius und Helena, die der Kobold Puck mit seinem Zaubersaft gehörig durcheinander bringt. Die dritte Ebene spielt in der Welt von einfachen derben Handwerkern, die zur Hochzeit ihres Fürsten Theseus mit der Amazonenkönigin Hippolyta das Trauerspiel „Pyramus und Thisbe“ aufführen wollen, was durch ihre tölpelhafte Spielweise völlig aus den Fugen gerät. Dieses Spiel wurde von Teilnehmern der Chorwoche im Stil der italienischen „Commedia dell arte“ hinreißend dargestellt. Die solistischen Teile der Aufführung übernahmen die beiden Sopranistinnen Silvia Funes, aus Argentinien, und Petra Nyncke aus München, sowie als Bass Nils Cooper. Silvia Funes fiel durch ihren beweglichen, allen Koloraturen gerecht werdenden, in der Höhe etwas hervorstechenden Sopran auf, was sich besonders in dem Lied über die Nacht zeigte. Petra Nyncke gefiel durch ihre weiche, einfühlsame, in allen Lagen tragende Stimme. Nils Cooper spielte mit seinem kräftigen Bass unter anderem souverän einen betrunkenen Dichter. Es ist beachtlich, in welch kurzer Zeit (innerhalb einer Woche) dieses umfangreiche Werk einstudiert wurde. In bewährter Weise übernahm Kurt Gramß wieder mit seiner Truppe das Spiel auf historischen Instrumenten. Bereits zuvor waren beim Kirchen-Konzert neben vielerlei Chorbeiträgen auch instrumentale Kostproben dabei. Diverse musikalische Ensembles hatten sich dafür gefunden. Begonnen wurde vom Bläserkreis um den Passauer Regionalkantor Michael Beck. Orgel und Blasmusik, eine Verbindung, die reichen Beifall fand. Gleich zwei Kammerchöre konnten mit den 90 Sängerinnen und Sängern gebildet werden. Der Kammerchor A unter der Leitung des Wiener Michael Grohotolsky hatte sich Chorwerke von Schütz bis Lauridsen vorgenommen. In der Konkurrenz mit den Orchesterproben ergaben sich immer wieder neue Besetzungen, was die Arbeit nicht immer erleichterte. Dies gilt auch für Kammerchor B unter der Leitung von Andreas Peterl, Kirchenmusiker in Wien. Einem Werk von Wolfgang Sauseng über den Psalm 131 galt seine ganze Aufmerksamkeit. Unter den Instrumentalgruppen seien neben den beiden Streichquartetten die Gruppe mit historischen Instrumenten unter Knut Gramß genannt, seit Jahrzehnten ein Kontinuum in Hinterschmiding. Sebastian Schlootz, mit elf Jahren der jüngste Teilnehmer, wagte sich an ein Cello-Duo mit Franz Ortner, Sohn des langjährigen Musikwochenleiters Erwin Ortner. Chorischer Schwerpunkt waren die Fest- und Gedenksprüche von Johannes Brahms. Doppelchörig wenden sie die ganze Pracht der venezianischen Chormusik auf, ohne auf mahnende und kritische Töne zur wilhelminischen Epoche zu verzichten. Ein Werk, das alles abverlangte und das Konzert würdevoll ausklingen ließ.   Werner Kast und  Ulrich Gerlinger

Aus der Gästeliste
KEB-Geschäftsführer Alois Seidl begrüßte bei den Abschlusskonzerten zur 39. Chor- und Orchesterwoche unter anderem Bürgermeister Heinrich Lenz, Landrat Alexander Muthmann, Dr. Helga Strobel und Rudolf Burghart als Vertreter des Rotary-Clubs, letzteren auch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Kulturkreises Freyung-Grafenau.

 
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