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Zehn Jahre Hilfe und Freundschaft für den Kongo Drucken E-Mail
Geschrieben von PNP: 02.09.2010   

Zehn Jahre Hilfe und Freundschaft für den Kongo

„Förderverein Abbé Felix e.V.“ feiert Jubiläum - Krankenstation und Schule wurden mit Spenden aus Hinterschmiding verwirklicht

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Die Krankenstation
, die mit Spenden aus Hinterschmiding gebaut werden konnte: Hier der Blick in den Innenhof der rechteckig angeordneten Gebäude.(Fotos: privat)

Von Johann Schaub
Hinterschmiding.
Es war ein Traum und die Hinterschmidinger haben geholfen, ihn zu verwirklichen: Der Traum von Abbé Felix, in seiner Heimat im Kongo eine Krankenstation zu errichten und die Schule näher zu den Kindern zu bringen, war vor zehn Jahren der Beginn einer großen Hilfsaktion. In der Pfarrei Hinterschmiding startete sie im März 2000 mit der Gründung des „Förderverein Abbé Felix e.V.“ . Seither wurden zahlreiche Entwicklungsprojekte von Abbé Felix in seiner kongolesischen Heimat finanziell unterstützt. Das zehnjährige Vereinsjubiläum wird nun am 25. und 26. September gefeiert. Die Heimatregion von Abbé Dr. Felix Mabiala ma Kubola liegt mitten im Regenwald von Mayombe, in der Diözese Boma im Südwesten der Demokratischen Republik Kongo. Abbé Felix erzählte, dass er als kleines Kind mit 35 Kameraden aus seinem Dorf 13 Kilometer barfuß auf die katholische Missionsstation zur Grundschule gehen musste. Er erlebte dort auch, wie Kranke auf dem Rücken oder auf einer Bahre zum nächsten Krankenhaus getragen und einige Stunden später als Leiche ins Dorf zurückgebracht wurden, weil das nächste Krankenhaus, das etwa 50 Kilometer von seinem Dorf entfernt war, nicht rechtzeitig erreicht wurde.
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Beim Bau der Kapelle
in Phalanga-Ndenga leistet der gespendete Unimog wertvolle Dienste. Dieses Projekt läuft derzeit.

Abbé Felix träumte davon, eine Krankenstation in seiner Region zu errichten. Nach seiner Priesterweihe 1982 fing er an, sein Anliegen im In- und Ausland publik zu machen, besonders in Deutschland, wo er von 1976 bis 1981 studierte. Bis 1990 gelang es ihm dann mit Hilfe deutscher Freunde und Wohltäter, eine Schule in Phalanga-Khumbu, etwa vier bis fünf Kilometer vom Heimatdorf entfernt, für die Kinder von zehn bis zwölf Dörfern in der Region zu errichten, die ca. 400 Kinder besuchen. Nach der Schule sollte die nächste Etappe kommen, die Krankenstation.
Abbé Felix übernahm 1995 eine Urlaubsvertretung und 1995/96 eine Aushilfstätigkeit in den Pfarreien Hinterschmiding und Herzogsreut. Beim Gottesdienst erzählte er von seinem Land Zaire, dem drittgrößten Land Afrikas, etwa sieben Mal so groß wie Deutschland. In Vorträgen sahen die Interessierten, wie ärmlich die Menschen in der Heimat von Abbé Felix lebten und wurden so auf deren Nöte aufmerksam. Auf Anregung von Willi Wagner aus Sonndorf sollte für den Kongo ein Traktor beschafft werden. Zur Finanzierung wurden verschiedene Aktionen durchgeführt und 1996 konnte mit dem Erlös aus der Hilfsaktion „Ein Traktor für Felix“ und mit Spendengeldern ein gebrauchter Traktor angeschafft und mit einem Container in den Kongo transportiert werden. Abbé Felix damals überwältigt: „Mein Traum ist wahr geworden. Die Pfarreien Hinterschmiding und Herzogsreut haben ein starkes Zeichen der Solidarität gegeben“.

Bau der Krankenstation beginnt 1996

1996 begann der Bau einer Krankenstation in Phalanga-Ndenga, mitten im Urwald des Kongo. Während einer Urlaubsvertretung im August 1997 zeigte Abbé Felix Dias über den Einsatz des „Schmidinger Traktors“ und den Bau und Betrieb der Krankenstation. Zum damaligen Zeitpunkt waren bereits zwei Bauabschnitte im Rohbau fertig gestellt. Im Oktober 1998 erfolgte ein zweiter Containertransport in den Kongo, der unter anderem ein angekauftes großes Stromaggregat beinhaltete.

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Der 1996 durch Spenden
finanzierte und in den Kongo transportierte Traktor war und ist ein wertvolles Hilfsmittel für die Einwohner.

Zur dauerhaften Unterstützung der Projekte von Abbé Felix in seiner Heimat im Kongo wurde auf Initiative von Dieter Reichardt und mit Unterstützung von Alois Seidl, Robert Kloiber und des damaligen Missionsreferenten der Diözese Passau, Josef Thalhammer, die Gründung des „Fördervereins Abbé Felix e.V.“ vorbereitet, der dann am 25. März 2000 in der Pfarrei Hinterschmiding von 29 Personen aus der Taufe gehoben wurde. Zum 1. Vorsitzenden wurde Dieter Reichardt gewählt. 192 Mitglieder unterstützen zwischenzeitlich die Projekte im Kongo.
2006 wurde die Krankenstation im Beisein von Abbé Felix durch den Altbischof eingeweiht. Dort können etwa 80 Patienten stationär behandelt werden. Sie kommen aus der ganzen Region und sogar aus dem Nachbarland Angola. Unter den Patienten befinden sich derzeit 17 Personen mit AIDS-Erkrankung; auch Malaria-Erkrankungen werden behandelt. In der Krankenstation sind zurzeit 25 Personen beschäftigt.
Um Ansteckungsgefahren für werdende Mütter zu vermeiden, soll auf Wunsch des Arztes für eine Entbindungsstation noch ein eigenes, von der Krankenstation getrenntes, Gebäude errichtet werden. Auch die Straßen in dem Gebiet wurden im Jahr 2006 in Eigenregie teilweise instand gesetzt.
Die Krankenstation wird durch ein im Oktober 1998 in den Kongo transportiertes und mit Diesel betriebenes Stromaggregat mit Strom versorgt. 2007 wurden von dort Stromkabel ins angrenzende Dorf verlegt. 600 Meter Stromkabel und 280 Röhren mussten dazu angekauft und verlegt bzw. installiert werden. Seither besteht auch für die Dorfbewohner die Möglichkeit eines Stromanschlusses.

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Der Auffang-Behälter
für das Quellwasser mitten im Urwald: Eine 2,5 km lange Leitung wurde verlegt.

Die Frauen mussten früher das Wasser aus dem Fluss schöpfen und kilometerweit in das Dorf tragen. 2008 wurde daher eine ca. 2,5 Kilometer lange Wasserleitung von der Quelle im Urwald direkt zur Krankenstation und zum Dorf Phalanga-Ndenga verlegt. Nach Mitteilung des Arztes sind seither die Durchfallerkrankungen und in der Folge davon auch die Todesfälle zurückgegangen.
2008 begleitete das engagierte Fördervereinsmitglied Irmgard Mader aus Ringschnait (dort ist Abbé Felix seit einigen Jahren in der Seelsorgeeinheit Biberach-Süd mit Umland als Priester tätig) Abbé Felix in den Kongo und hat damit als erstes Mitglied die Projekte von Abbé Felix persönlich „in Augenschein“ genommen.

Die Schule näher zu den Kindern gebracht

Die Kinder von Phalanga-Ndenga mussten täglich in die vier bis fünf Kilometer entfernte Schule nach Phalanga-Khumbu gehen. In der Regenzeit war dieser Weg vor allem für die Grundschulkinder beschwerlich und teils gefährlich. So setzte Abbé Felix einen weiteren Traum in die Tat um: Im August 2009 begann er während seines Heimaturlaubes mit dem Bau einer Grundschule in seinem Heimatdorf. Ohne Dach wurde im September schon mit dem Unterricht in der ohnehin erst im Rohbau erstellten Schule begonnen. 116 Grundschüler werden seit Herbst 2009 in vier Klassen von vier Lehrern unterrichtet. Im Juni 2010, also während des Heimaturlaubes von Abbé Felix in diesem Jahr, begann er mit dem Bau eines weiteren Schultraktes, in dem dann die Schüler ab Herbst 2010 unterrichtet werden sollen. Nach Fertigstellung können die Schule etwa 200 Kinder besuchen. Es ist auch geplant, dort nachmittags eine Art Berufsschule einzurichten, in der Interessierte für den Krankenhausdienst unterrichtet werden sollen.

Auch Rückschläge hat es gegeben

Aber auch Rückschläge erlebte Abbé Felix. Er berichtete, dass die baulichen Maßnahmen in den früheren Jahren immer wieder unterbrochen werden mussten. Die Rebellen waren überall im Land. Die Dorfbewohner mussten manchmal sogar in den Busch flüchten. Bedingt durch Krieg und Überschwemmungen war die Brücke zum Dorf fast zwei Jahre kaputt, so dass der Fluss nur über Baumstämme überquert werden konnte, was den Transport von Baumaterial und den Weiterbau der Krankenstation verzögert hatte.
Interessierte können sich unter www.abbe-felix.de informieren. Spenden können auf folgende Konten überwiesen werden: Sparkasse Hinterschmiding: Konto-Nr. 791 418, Bankleitzahl 740 512 30 oder Voba-Raiba Hinterschmiding: Konto-Nr. 7 503 270, Bankleitzahl 740 900 00. Wer die Projekte durch eine Mitgliedschaft beim Förderverein mit einem Mindestbeitrag von jährlich 11 Euro unterstützen will, kann sich eine Beitrittserklärung von der Homepage herunterladen oder sie bei der Vorstandschaft anfordern.

Der Förderverein Abbé Felix e.V. lädt die gesamte Bevölkerung zur Feier des zehnjährigen Gründungsfestes ein. Am Samstag, 25. September, findet um 18 Uhr die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen statt. In einem Bildervortrag wird Abbé Felix die letzten zehn Jahre Revue passieren lassen. Um 19.30 Uhr findet ein Vortrag seines Landsmanns Dr. Boniface Mabanza Bambu mit dem Thema „50 Jahre Unabhängigkeit der Demokratischen Republik Kongo - Rückblick und Perspektiven für die Zukunft“ statt. Am Sonntag, 26. September, beginnt um 10 Uhr in der Hinterschmidinger Pfarrkirche ein Festgottesdienst mit Abbé Felix, den der Furaha-Chor unter der Leitung von Manuela Jüttner musikalisch umrahmen wird. Danach gibt es Mittagessen im Kultursaal des Sepp-Stadler-Hauses in Hinterschmiding. Nachmittags werden dort Kaffee und Kuchen angeboten.  - sj
 
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