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Ein Chor der Superklasse Drucken E-Mail
Geschrieben von PNP: 06.07.2010   

Ein Chor der Superklasse

Das Heinrich-Schütz-Ensemble trat in Hinterschmiding auf

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Der A-Capella-Chor
zeigte sein Programm „Friede auf Erden“.Falk

Von Gertie Falk
Hinterschmiding.
Ein Jammer, dass der Besuch in der Pfarrkirche so spärlich war. Viele befanden sich am Samstagabend wohl noch im Siegestaumel des WM-Viertelfinales und andere zogen den Biergarten bei hochsommerlichen Temperaturen vor. Doch die rund 60 Zuhörer, die sich für das Konzert des Heinrich-Schütz-Ensembles Vornbach entschieden hatten, erlebten 70 Minuten auserlesener Musik. Nicht ohne Grund hatte der gemischte a Capella-Chor neben zahlreichen anderen Auszeichnungen im Mai dieses Jahres beim International Choral Festival im südenglischen Cork den Sieg ersungen.
Sein neues Programm „Friede auf Erden“ stellte der Chor unter der Leitung von Martin Steidler auf Initiative von Alois Seidl und finanzieller Unterstützung des Lions-Clubs Freyung-Grafenau nun in Hinterschmiding und tags darauf im Kloster Schweiklberg bei Vilshofen vor.
Die ersten beiden Stücke waren dem Namensgeber des Chors, Heinrich Schütz, gewidmet. Die Doppel-Motette, „Verleih uns Frieden gnädiglich“ und „Gib unserem Fürsten und aller Obrigkeit Fried und gut Regiment“ zeigte die Qualität dieses Chors. Einzigartig waren die lebhaften Deklamationen in der Stelle „Und ist ja kein andrer nicht, der für uns könnte streiten“, und die Quartenrufe „Herr, unser Gott“ in ausgehaltenen Akkorden. „Wohl kaum ein anderer Chor singt das polyphon ineinander verschlungene ,Amen‘ so wirkungsvoll.“ Darüber waren sich die Zuhörer einig.
Erhebend erklang der zweite Psalm „Warum toben die Heiden?“ aus den drei Psalm-Motetten von Felix Mendelssohn-Barthody. Leise, ohne Text und nur gesummt waren die „Gesänge am ersten Abend des Krieges“ als Wiegenlied des erst 1954 geborenen Thomas Jennefelt. Ja, sie erinnerten beinahe an einen Andachtsjodler. Auch die Elegie dieses Komponisten ließ die Disziplin dieses Chores gerade bei leisen Tönen erkennen. Unter die Haut gingen vor allem die Sopranstimmen in „Trois beaux oiseaux“, eine der ganz seltenen Chorkompositionen von Maurice Ravel.
Wie ein „geistliches Nachtlied“ erscholl das dreifache „Agnus Dei“ aus der Friedensmesse von Josquin
des Prex, der wiederum von 1440 bis 1521 lebte. Und im Mittelpunkt swa Konzerts stand das monumentale Meisterwerk der Spätromantik, „Friede auf Erden“ von Arnold Schönberg. Weiß man, dass die Wiener Uraufführung als a Capella-Chor im Jahre 1911 beinahe wegen der Schwierigkeit des Stücks beinahe geplatzt wäre, so kann ermessen werden, welche Ansprüche es an einen Chor stellt.
Arnold Schönberg hätte den doppelchörigen „Frieden auf Erde“ damals nicht instrumental ergänzen müssen, wäre das Heinrich-Schütz-Ensemble schon auf dem musikalischen Plan gestanden. Dieser Chor hätte die Uraufführung souverän und bravourös gemeistert.
Eine wunderbare Ergänzung des Konzerts waren die Zwischentexte von Konfuzius, Meister Eckhart oder Andreas Gryphius bis hin zu Eugen Drewermann und Martin Luther King. Allesamt handelten sie von Krieg und Frieden.
 
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