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Vorrang für neue Arbeitsplätze Drucken E-Mail
Geschrieben von PNP: 28.05.2010   

Vorrang für neue Arbeitsplätze

Gemeinderat stellt Weichen für TOHA-Betriebserweiterung - Naturschutz-Einwand zurückgestellt

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Hier wird demnächst angebaut:
Das Gelände der Firma TOHA Automobil-Vertriebs GmbH im Gewerbegebiet Heldengut soll erweitert werden.privat

Von Fabian Herrmann
Hinterschmiding.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat Anregungen und Einwände verschiedener Fachstellen in die Planungsentwürfe für das Gewerbegebiet Heldengut aufgenommen und der Firma TOHA Automobil-Vertriebs GmbH damit den Weg zu einer Erweiterung des Betriebsgeländes geebnet. Lediglich mit der Kreisgruppe Freyung-Grafenau des Bund Naturschutz kam die Gemeinde auf keinen grünen Zweig. Die stufte die Planung als „hochproblematisch“ für das Landschaftsbild ein, lehnte das Vorhaben ab und forderte stattdessen ein landkreisübergreifendes Entwicklungskonzept für Gewerbegebiete. 
Weiter, als bis zur Reduzierung des Planungsgebiets und zum Beschluss einer zehn Meter breiten Pflanzung entlang der Parzellengrenze sowie einer Eingrünung zur Staatsstraße hin, die die Erweiterungsbauten landschaftlich besser einbetten soll, kamen die Gemeinderatsmitglieder den Naturschützern aber nicht entgegen. „Der Förderung der Firma TOHA und der Neuentstehung von Arbeitsplätzen werden grundsätzlich von der Gemeinde Vorrang gegenüber den aufgeführten Belangen des Landschaftsbildes westlich der Kreisstraße gegeben“, lautete der Beschluss.
Jahrelange Erfahrung im europaweiten Import und Verkauf von Fahrzeugen sorgt bei der Firma TOHA Automobil-Vertriebs GmbH dafür, dass auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten expandiert werden kann. „Die Wirtschaftskrise macht uns nichts“, sagt Einkaufsleiter Anton Donnerbauer. 23 Mitarbeiter beschäftigt seine Firma im Moment. Ein Auszubildender wechselt in diesem Jahr in eine Festanstellung, ein weiterer Ausbildungsplatz wird neu geschaffen. Um ihren Erfolgskurs halten zu können, will die Firma ausbauen. Nun ist sie der Erweiterung ihres Betriebs wieder ein Stückchen näher gekommen - wenn auch in etwas abgespeckter Form. Nachdem im März durch den Beschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans, zur Bebauungsplanaufstellung und zur Erstellung eines Lärmschutzgutachtens das Bauleitplanverfahren für das Gewerbegebiet Heldengut, in dem die Firma seit 1997 ansässig ist, in die Wege geleitet wurde, wurden in der jüngsten Gemeinderatssitzung Einwände gegen die Planung besprochen. An 20 Behörden und Träger öffentlicher Belange hatte die Gemeinde ihre Pläne zur Prüfung verschickt, die Resonanz war überwiegend gut. Ein paar Änderungen hatten die Gemeinderatsmitglieder dann aber doch noch zu beschließen.
Die einschneidenste lieferte der Kreisbaumeister, der den Vorentwurf ablehnte, da er die Erweiterung nicht als angemessen und bedarfsorientiert einstufte und das Gewerbegebiet für den Ausbau eines größeren Gewerbestandorts für ungeeignet hielt. Wenig störte er sich an der Ausweisung des Gebiets nördlich der Kreisstraße, westlich der Kreisstraße forderte er jedoch eine Reduzierung des Bedarfs. In Abstimmung mit der Regierung und der Firma TOHA, die auch bei geringerer Fläche weiter Interesse an einem Ausbau zeigte, wird das Bebauungsgebiet im Westen um etwa 50 Meter verkürzt.
Bedenken des Technischen Umweltschutzes konnten indes ausgeräumt werden. Er hatte sich besorgt gezeigt, ob durch die Bebauung die nachbarschaftliche Verträglichkeit bezüglich des Lärmschutzes gewährleistet werden könne oder spätere Gewerbeerweiterungen oder Nutzungen, wie etwa Betriebsleiterwohnungen, möglicherweise Konfliktpotential bergen könnten. In dem eigens für das Vorhaben erstellten Lärmschutzgutachten wurden jedoch alle vorgesehenen Nutzungen berücksichtigt. Die aus dem Gutachten ergangenen Empfehlungen wurden in die Planungen aufgenommen. „Andere Nutzungen sind nicht geplant. Nutzungen wie lärmintensive Versorgungsstätten und Einzelhandelsmärkte werden künftig per Festsetzung ausgeschlossen. Es sind daher keine weiteren Konflikte zu erwarten“, heißt es im Beschluss des Gemeinderats.
Einstimmig billigten die Gemeinderatsmitglieder am Ende sowohl den Entwurf des Flächennutzungsplans als auch den Entwurf des Bebauungs- und Grünordnungsplans und ebneten damit den Weg für das weitere Verfahren. Die Pläne gehen nun erneut an die Behörden, von deren Seite nach Einarbeitung der Änderungen aber keine wesentlichen Beanstandungen mehr erwartet werden. Zeitgleich werden die Pläne öffentlich ausgelegt und stehen jedem Bürger für einen Monat zur Einsichtnahme zur Verfügung, bevor die Planungen durch den Satzungsbeschluss demnächst formell abgeschlossen werden können und die detaillierte Bauplanung beginnen kann.
 
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